Mächtig viel Kohle

Mit 2,42 Meter mittlere Gesamtmächtigkeit, davon etwa 1,80 Meter Kohle am Stück, ist die Mächtigkeit der Kohlenfront, die sich dem Betrachter im Streb 11/12 Osten, Flöz 74, bietet schon beeindruckend. Modernste Technik, ob im Bereich des Hobels, des Panzers oder der Hydraulik, kommt hier zum Einsatz - Technik für die gesamte Bergbauwelt. Was in Ibbenbüren in 1.500 Metern Teufe läuft, das läuft zukünftig überall auf der Welt. Große Strebhöhen - kein Problem. Bei einer Streblänge von 352 Metern können bis zu 739.000 Tonnen verwertbare Kohle gefördert werden. Also bei jedem Meter Abbaufortschritt bis zu 950 Tonnen. „Da lacht das Herz des Bergmannes, wenn der Hobel die gebrochene Kohle in den Panzer wirft und das Förderband die Zuladungsgrenze erreicht“, erzählt Reviersteiger Klaus Lagemann. „Das ist unsere Michkuh, die notfalls die Tagesförderung alleine erreichen kann.“ Der Streb hat, wie gesagt, eine Höhe von fast 2,50 Metern bei einem leichten Einfallen (Streb fällt leicht nach Strecke 11 Osten hin ab) von etwa 40 Metern zwischen der Kopfstrecke 12 Osten, Flöz 74, und der Ladestrecke 11 Osten, Flöz 74.
Um diese Flözhöhen zu beherrschen muss der Hobel mit einer Stahlstütze, einem so genannten Portalarm, gestützt werden. Hohe Temperaturen, besonders im Bereich des Strebauslaufes, erfordern den Einsatz von Strebkühlern, die die Wettertemperatur reduzieren. Der Einsatz eines Tripleschildes (wir berichteten in einer vorausgegangenen Ausgabe) ermöglicht ein kontinuierliches und sicheres Rücken des Strebes und eine gleichmäßige hydromechanische Verfüllung des Streckenbegleitdammes in der Ladestrecke. Zwei 400-kW-Motoren, jeweils am Panzer- und Hobelantrieb, sorgen für ausreichend Kraft, um den Hobel zu ziehen und die gewonnene Kohle aus dem Streb zu fahren. 230 Schildausbaueinheiten der Firma Saar-Tech, mit einen Verstellbereich von 1,2 bis 3 Metern, sorgen dank der Hydraulikversorgung von 360 bar für den richtigen Andruck und ausreichende Sicherheit im Streb. „Es ist schon toll, wenn der Hobel die Kohlefront entlang streicht, die „Laolawelle“ (Anm. d. Red.: die automatische Bedüsung der Kohle, die dem Hobel vorauseilt und folgt) kommt und so je Reihe rund 660 Tonnen Kohle los macht“, beschreibt Ortsmann Michael Nitsche nicht ohne Stolz sein System, das von über Tage aus dem Strebsteuerstand elektrohydraulisch angesteuert und kontrolliert wird. Alles in allem neue Herausforderungen in Leistung, Technik und Förderung, die ihresgleichen suchen. Das Ziel ist eine Leistung von 6 Meter Strebvortrieb pro Tag. Dazu viel Erfolg und Bergmannsglück.
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